Fachbereich Biologie

Stammzellenforschung: Forschung der Zukunft?

Früh am Morgen den 07.02.2008, es war ein dunkler und regnerischer Tag, sollten wir, die Schüler des zwölften Jahrgangs des Einstein - Gymnasiums in Neuenhagen bei Berlin, im Raum N303 erscheinen.
Ein Vortrag war angesagt; eine clevere und selbstbewusst erscheinende Dame stand von ungefähr 60 mehr oder weniger begeisterten Schülern. Sie opferte freiwillig ihre Freizeit, um uns über das aktuelle und brisante Thema Stammzellenforschung aufzuklären.
ca. 60 Zuschauer/Innen Ein Beamer, ein Notebook und die Biologielehrerin Frau Sittnick, (die bemerkenswert wenig für Aufmerksamkeit zu kämpfen hatte) standen ihr hierbei zur Seite.
Sachlich und ansprechend stellte Frau Doktor Engel in den ersten 90 Minuten allgemeine Informationen über die Stammzellen und ihre Vorteile dar. Sowohl embryonale und adulte Stammzellen als auch Differenzierung und Spezialisierung der Zellen wurden thematisiert und all das in einer zwar fachgerechten aber auch schülerfreundlichen Sprache.
Genauere Informationen über omnipotente Zellen (eine Zelle, die sich zu einem kompletten Organismus differenzieren kann), über Gewinnung der Stammzellen und Epimorphose mussten somit nicht mühsam mit Lehrbüchern zusammengereimt werden, sondern wurden so erklärt, dass sie zumindest vorübergehend in unseren Gedächtnissen hängen blieben.
Sie schilderte uns den Wunsch der Wissenschaftler: Heilung der bis heute unheilbaren Krankheiten und somit den Mensch einen Schritt näher zur "Unsterblichkeit" zu bringen. In diesem Zusammenhang wurden uns die Vorteile gegenüber dem Klonen ausführlich erklärt. Ein wichtiger Aspekt ist, dass körpereigene Zellen und Organe nicht vom Körper abgestoßen werden. Zu diesem Punkt wurden uns Beispiele nähergebracht, die wir uns bis dahin nicht hätten vorstellen können. Jeder kennt wohl das Schaf "Dolly", wer hat jedoch von "gezüchteten" Unterkiefern gehört, die einem am Oberkörper anwachsen, damit sie dem Patienten einen neuen vollständigen funktionierenden Kiefer wieder anoperieren können? Schließlich wurde uns bewusst, wozu diese relativ neuartige Technologie alles fähig ist. Doch an diesem Punkt wurden auch die moralischen Aspekte diskutiert beispielsweise ob es vertretbar sei in einer immer älter werdenden Gesellschaft die "Sterblichkeit" immerweiter hinaus zu zögern. Jedoch einigten sich die Zuhörer, dass es wichtiger sei, leidenden und behinderten Menschen zu helfen.
Ohne all zu oft auf die Uhr zu schauen, verging die erste Hälfte des Vortrages doch angenehm und unverhofft schnell.
  Logo stellacure
Dr. Engel am EGN   Frau Doktor Engel, Angestellte der Nabelschnurblutbank "stellacure", kam nun im zweiten Teil auf die Vorteile der Einlagerung von Nabelschnurblut zu sprechen. Sie erklärte uns, wie die adulten Stammzellen aus diesem Blut, dass direkt nach der Geburt der Nabelschnur entnommen und schnellstmöglich eingelagert wird, gewonnen wird und die enormen medizinischen Möglichkeiten für die Kinder, deren Blut eingelagert wird.
Die selbst zu tragenden 2000 € für die 21-jährige Einlagerung des Blutes schien für alle gerechtfertigt, wenn man sie mit den möglichen Qualen eines Todkranken abwägt, die durch dieses Nabelschnurblut verhindert werden könnten.
Herstellung körpereigener Herzklappen, Heilung von Diabetes und Krebs. Dies sind alles Möglichkeiten, zu denen die Wissenschaftler heutzutage schon fähig sind, dank dieser wertvollen Stammzellen.
Frau Doktor Engel hatte die Gruppe durchgehend im Griff dank einer interessanten Präsentation und Anschauungsmaterial, dem sogenannten "stellaset", welches aus dem Spezialbehälter für das Nabelschnurblut und anderen medizinischen Gegenstände bestand.
Dieser Vortrag war hilfreich für das Verständnis der Diskussion über Stammzellen für uns Schüler, aber auch für künftige Eltern.
Somit war der Vortrag eine gute "Ablenkung" vom schulischen Alltag und sollte, wenn möglich, für weitere Jahrgangsstufen ermöglicht werden.