Fachbereich Deutsch

Im Projekt Kreatives Schreiben in der Projektwoche des Schuljahres 2002/03 ist unter anderem diese Geschichte entstanden. Weitere Werke stehen als Word-Datei zum Download zur Verfügung.

Dornröschen & Co.

Es war einmal, vor langer Zeit, da lebte eine bildhübsche, zickige Prinzessin gemeinsam mit ihrem Vater, dem Präsidenten des vereinigten Märchenimperiums, in einer Villa in Bremen, wo sie jeden Morgen den "Bremer Stadtmusikanten" lauschten. Doch leider war die Prinzessin so eingebildet und gemein, dass kein Prinz und nicht einmal ein Graf um ihre Hand anhalten wollten. Mittlerweile war die Prinzessin, namens Dornröschen, 36 Jahre alt und somit eine alte Jungfer. Da die Mutter Dornröschens bereits bei deren Geburt gestorben war, ließ der Präsident eine Kontaktanzeige aufgeben und lernte wenige Wochen später Aurora, eine wunderschöne Frau, von schlanker Gestalt, mit glatten, blonden Haaren und leuchtend blauen Augen, kennen. Dornröschen war so eitel, dass sie jeden Morgen den Spiegel befragte, den sie sich von Schneewittchens Stiefmutter ausgeborgt hatte. Als nun Aurora in die Villa eingezogen war, sagte der Spiegel nicht mehr wie erwartet, das Dornröschen die schönste sei, sondern, dass Aurora, im 7. Stock mit ihren 7 Zimmern, die schönste wäre. Das ärgerte Dornröschen so sehr, dass sie beschloss, am nächsten Tag, in der Apotheke eine Flasche starken Betäubungsmittels zu kaufen. Als nun ihr Vater wieder einmal in die Disko gegangen war, schlich sich Dornröschen zum Bett Auroras, welche schon schlief, um diese mit dem Gas zu betäuben. Als sie der Meinung war, das es nun genug sei um Aurora bis zum nächsten Ball schlafen zu lassen versuchte sie den Gashahn zu zudrehen. Doch leider saß dieser so fest, dass sie erst eine Zange hohlen musste. Doch als sie wieder in Auroras Schlafzimmer angekommen war, war die Flasche bereits leer. Dornröschen erinnerte sich an die Worte des Apothekers: "Eine Flasche reicht mindestens 100 Jahre." Was sollte sie nun tun? Sie schleppte ihre schlafende Stiefmutter in das Lebkuchenhaus der Hexe, einer entfernten Verwandten. Dort angekommen suchte sie die Internet-Adresse einer Datevermittlung heraus, um Jemanden ausfindig zu machen, der bereit wäre Aurora wach zu küssen. Leider konnte sie nur Gretels kleinen Bruder Hänsel, der gerade seinen 22. Geburtstag gefeiert hatte, finden. Als dieser nun vor der Tür stand, um Aurora wach zu küssen, erblickte er Dornröschen und verliebte sich auf Anhieb in sie. Anstatt Aurora zu wecken, setzten sich die Beiden zu einer Tasse Tee und einem Stück Lebkuchen hin und plauderten über die neusten Nachtcremes, für ihre Schönheit. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann sind sie jetzt schon sehr alt.

Stephanie Paschke
Anthea Neums
Weitere Werke als PDF-Dateien:



Stefanie Paschke, Der Zaubergarten (24 kB)