Fachbereich Geschichte / Politische Bildung

"Diese Kugel ist für Dich, Mo Asumang!"

Mo Yaa akoma Asumang ist eine Schauspielerin, Sängerin, Fernsehmoderation, Regisseurin und Synchronsprecherin - und sie ist eine Afro-Deutsche. Auf Grund dessen hat die Rechtsrockband "White arian rebels" die Textzeile eines Liedes an sie gerichtet, die lautet "Diese Kugel ist für dich Mo".
Eine Morddrohung, nur weil sie eine dunklere Hautfarbe hat und daher nicht in das verzerrte, begrenzte Menschenbild der Rechtsradikalen passt.
Außerdem solle sie doch dahin gehen, wo sie herkommt.

Diese Aussagen haben sie, verständlicherweise, geschockt, aber durch genau die Zeilen begann für Mo eine Reise, eine Suche nach ihren Wurzeln und ihrer Identität.
Ist sie denn nun eine Deutsche, wie ihre Mutter, oder Ghanaerin, wie ihr Vater?
Also hieß es "back to the roots" und auf nach Ghana, aber auch quer durch Deutschland und sogar nach Groß Britannien.
Es ist toll Mo durch den Film auf ihrem Weg begleiten zu können, von alten afrikanischen Bräuchen, über heidnische Göttinnen bis zu Gesprächen mit einem rechtsradikalen Häftling oder Interviews mit Teilnehmern einer 3000 Mann Demonstrationen von Rechtsradikalen. Man lernt auch selbst viele neue Dinge dazu, teilweise sogar über die "eigenen Wurzeln". Wer hätte gedacht, dass viele heidnische Rituale, die auch auf deutschem Boden ausgeübt wurden, große Ähnlichkeit mit Bräuchen in Ghana aufweisen.

Was durch die Worte ihres Vaters, "du musst dich nicht entscheiden", begann, setzte sie im Film und in unserem anschließenden Gespräch fort. Sie war sich jetzt sicher, wo ihre Wurzeln liegen: Sie sind in Deutschland und in Ghana. Das hatte Mo erkannt und außerdem ihre Angst, vor der Bedrohung durch die Rechtsextremisten, "white arian rebels", größtenteils verloren. Ich habe großen Respekt, dass Mo am Ende des Filmes sogar versuchte, leider vergeblich, dem Sänger der Band gegenüber zu treten und mit ihm zu reden, obwohl er zum Mord an ihr aufrief. Dazu gehört viel Mut.

In dem, sich an den Film anschließenden Gespräch mit Mo, konnte man diesen Schritt besser nachvollziehen, als sie uns ihre Erfahrungen und Beobachtungen von anderen Gesprächen mit Rechten mitteilte. Sie hätten keine stichhaltigen Argumente mehr gehabt(wobei fraglich ist, ob sie denn je welche hatten) und sie hätten ihr nie ins Gesicht schauen können, während sie mit ihr sprachen. Auf die Frage, wie sie nun reagiere, wenn sie einen Rechten auf der Straße trifft, sagt Mo: "Einfach anlächeln". Sie will etwas Positives gegen etwas Negatives setzten. Das sollte das Ziel aller sein und ich werde es versuchen in mein Denken und Handeln einzubauen. Das Treffen mit Mo war eine tolle Erfahrung, da sie eine großartige, selbstbewusste Frau ist, die ihren Weg gefunden hat.

Im Namen der Arbeitsgemeinschaft "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" bedanken wir uns bei Mo Asumang für ihren Besuch und freuen uns, dass ca. 30 Schüler die Chance, ihre Geschichte zu hören und mit ihr darüber zu reden, wahrgenommen haben.
Anna Berthold