Fachbereich Geschichte / Politische Bildung

Junge Politiker in Prenzlau

POL&IS* - das ist ein Projekt mit jungen Leuten in einem Planspiel über Weltpolitik. Die Requisiten: eine Weltkarte, viele Tische, Flaggen, ein riesiges Auditorium. 53 Schüler des Einstein-Gymnasiums Neuenhagen (Klassen 11 und13) und des Einstein-Gymnasiums Angermünde (Klasse 10) agierten im Januar fünf Tage lang in Prenzlau als Politiker. Sie schlüpften in die Rollen der Regierungschefs, Wirtschaftsminister, Opposition und Staatsminister einzelner Regionen wie zum Beispiel Westeuropa, Osteuropa, GUS, Nordamerika, China, Ozeanien oder Asien. Geleitet und unterstützt wurden sie dabei vom Jugendoffizier der Bundeswehr Rüdiger Fischer und seinem Mitarbeiter Hubertus Stock aus Strausberg.
Und los ging es: Die Schüler entwickelten Programme zur Verbesserung der innenpolitischen Situation, schlossen Handelsverträge oder Bündnisse mit anderen Nationen und bewältigten natürlich auch Krisensituationen. Kurz, sie entschieden selbst über die Zukunft ihrer Länder. Mit dabei waren zudem Vertreter der Weltbank, Greenpeace und der UNO. Damit keiner den Überblick über das Geschehen verlor, versorgte die "Weltpresse" alle mit den Headlines der Tage. In unserer POL&IS- Welt wurden beispielsweise die Religionsfreiheit in Israel beschlossen, schon einmal eine Diktatur in Europa errichtet und, nicht zu vergessen, gegen den Terrorismus gekämpft - welcher auch in der fiktiven Welt ein akutes Problem darstellt, wie alle zu spüren bekamen. Um der Realität nicht völlig zu entgleiten, wurden die Tage weiterhin ausgefüllt mit einem Besuch des Verteidigungsministeriums Berlin, dem Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen und dem Auswerten von aktuellen Nachrichten. "Es ist unglaublich spannend, wie wir uns hier alle hineinsteigern", wurde von den Schülern jeden Abend in gemütlicher Runde aufs Neue festgestellt. Und das stimmte - zum Beispiel ließ sich fast jeder von flammenden Wahlreden beeindrucken. . So wurde in Prenzlau die Verstaatlichung des Drogenhandels in Südamerika jubelnd begrüßt, weil Regierungschef Hannes ("Tja, ich konnte nun mal mein Volk begeistern", 13.Klasse)alle glauben ließ, diese Einnahmen können sein Land vorwärts bringen.
Nachdem es jedoch leider auch zu einem Atomkrieg, der die gesamte POL&IS -Welt zerstörte, kam, holten die Spielleiter die Teilnehmer in die Realität zurück - ein schockierendes Video über die Schäden und Folgen eines solchen Krieges für die Bevölkerung öffnete allen die Augen. "Wir waren entsetzt über das, was wir mit unserer Welt angerichtet hatten. Erst war das Ganze nur ein Spiel für uns, aber als uns dann die realen Auswirkungen gezeigt wurden…", sagte Steffi (UN-Vertreterin), 11. Klasse aus Neuenhagen hinterher. Und: "Ich würde keinen von uns hier als Politiker wählen!" Zum Glück konnte zuletzt der Weltfrieden wieder hergestellt werden.
Gelernt haben die Schüler wohl alle, wie wichtig globale Zusammenarbeit ist, denn, so die Abschlussworte der Rede der japanischen Regierungschefin Toni (11. Klasse), "den Frieden zu schützen, das ist das beste, was wir erreichen können." *POL&IS = Politik und internationale Sicherheit

Sophie Mangelsen (geschrieben für die "MOZ")

zuhörende Schüler Abstimmung