Fachbereich Kunst

Traumhäuser

Es war wieder Traumhauszeit

Im Rahmen des Semesters Architektur des 20. Und 21. Jahrhunderts mit dem Schwerpunkt Wohnbauten hatte der Leistungskurs Kunst des 12. Jahrgangs wieder Haus von Sandra Nicht (Abb.1)die Aufgabe, das eigene Traumhaus zu entwerfen und als Modell zu bauen. Die Aufgabe als Klausurersatzleistung wurde im Februar gestellt, fertig musste die aus einer Begleitmappe und dem Modell bestehende Arbeit im Mai sein.

Es gab nur wenige, aber wichtige Einschränkungen. Der finanzielle Rahmen und die Lage des Hauses konnte frei gewählt werden, so dass die Lösungen oft wirklich einem Traum entsprechen, denn auf dem Dach eines anderen Hauses, auf einer eigenen Insel, an einem See in Kanada, unter einem Wasserfall werden die wenigsten wirklich einmal bauen können. Auch die räumlichen Dimensionen sprengen zum Teil den normalen Rahmen, wenn mehr als 200 Quadratmeter Grundfläche gewünscht werden. Aber einmal die Grenzen der Realität hinter sich lassen, war zumindest in diesen Aspekten möglich. Kommen wir aber zu den Einschränkungen, die, als die Aufgabe gestellt wurde, als unangenehme, stark einengende Vorgaben empfunden wurden. Die Traumhäuser sollten sich an den Vorbildern der Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts orientieren. Da im Februar die wenigsten, das Semester begann gerade, davon eine weiter reichende Vorstellung hatten, musste erst einmal eine theoretische Grundlage geschaffen werden. Das geschah dann im Laufe des Halbjahres mit Referaten und kleineren Übungen, anhand von Abbildungen und Filmen. So konnte jeder entweder nur Anregungen finden, oder man orientierte sich gezielt an einer Richtung, einem Vertreter der modernen Architektur.

Haus von Benjamin Blazy (Abb.2)

Das hier zu sehende Haus von Benjamin Blazy ist jenes, das in einem städtischen Umfeld auf ein anderes Haus gesetzt wird.

Die formalen Bezüge sind für "Eingeweihte" sehr deutlich, denn sowohl die Maßverhältnisse, alles ergibt sich aus dem Goldenen Schnitt, als auch die Form des Baukörpers, das flache Dach, die Fensterbänder und die durch das Gebäude laufenden Rampen lassen die Handschrift Le Corbusiers erkennen (Abb.2).

Das folgende Haus greift auf den Haus von Marco Kless (Abb. 3)sehr vielfältigen Formenschatz der organischen Architektur zurück. Die Gerade, der rechte Winkel sind bei diesem Beispiel aufgegeben worden, alles wächst auseinander hervor. Ähnliche Ideen wie Marco Kless hatten auch andere Schüler, allein die Ausführung ist, da alles maßstäblich sein musste, nur einem erfahrenen Modellbauer möglich (Abb.3).

Maria Theurings Haus (Abb.4) zeigt Maria Theurings Haus (Abb.4)deutliche Parallelen zu den bekannten Bauten
Ludwig Mies van der Rohes mit den klaren, auf ein Minimum reduzierten Formen, den flachen Dächern und großen Fensterfronten.

Andere, mit der Formensprache der modernen Architektur arbeitende Lösungen, ohne sich jedoch auf eine konkrete Richtung festzulegen, sind die Häuser von Sandra Nicht (Abb.1), Katja Peisker (Abb.5) und Christin Schmallenberg (Abb.6). Haus von Katja Peisker (Abb.5) Die hier erwähnten Beispiele stellen nur eine Auswahl dar und sowohl die Mappen mit den entsprechenden Vorüberlegungen, mit Grundrissen, Seitenansichten, Perspektiven, Inneneinrichtung etc. als auch alle Modelle können zur großen Abschlussausstellung des Leistungskurses Kunst im Juni 2006 (Der Termin wird rechtzeitig veröffentlicht.) besichtigt werden.

Was erst einmal bleibt, ist bei der Lehrerin die Erkenntnis, dass es immer wieder erstaunlich anspruchsvolle und individuelle Lösungen bei dieser Aufgabe gibtHaus von Christin Schmallenberg (Abb.6). Und bei den Schülern eine Mischung aus Stolz auf die eigene Arbeit und Erleichterung, eine so umfangreiche Aufgabenstellung bewältigt zu haben.