Fachbereich Latein

Die Projektwoche 2009 - Trierfahrt

Wir in Trier

Gruppenfoto1

1.Tag:

Nach einer "heißen" Busfahrt kommen wir nach 11 Stunden Fahrt in Trier an und genossen die schöne Jugendherberge, die direkt an der für guten Wein bekannten Mosel liegt. Danach gab es sehr umfangreiches Abendbrot, wir konnten uns zwischen warmen und kalten Essen entscheiden, danach bezogen wir unsere Betten und Zimmer.

2.Tag:

Wir erlebten das Amphitheater, denn wir bekamen von Aurelius, einem alten Römer, eine schön schaurige Führung durch die Arena. Wir sahen die Orte, an denen sich die römischen Gladiatoren auf ihren wahrscheinlich todbringenden Kampf vorbereiteten.

3.Tag:

Vormittags hatten wir eine spannende Erlebnisführung durch die Porta Nigra: ein Centurio zeigte sie uns mit allen ihren Geheimnissen. Nachmittags war dann die Stadtrallye durch Trier dran, wir bekamen ein Heft mit Aufgaben und hatten ganz schön viel zu laufen!

Abends packten wir alle etwas traurig unsere Sachen, weil die Zeit in der Römerstadt so schön geworden war. Am nächsten Tag waren wieder 11 Stunden Busfahrt angesagt, bis wir nach Hause kamen.

Oder

Wir fuhren lang
und hatten dann
viele schöne Tage.
(Im Bus war es höllisch heiß,
das war ein Riesensch...!)



In Trier, da kann man viel seh'n,
und viele, viele Runden dreh'n.
Sehr alte Gebäude steh'n immer noch hier
trotz der Kämpfe, die sie führten in Trier.

Im Amphitheater starben viele Leute,
doch so ist es - Gott sei dank - nicht mehr heute.
Dort, wo wir stehen, dort,
standen auch sie, an diesem Ort.

Die Porta Nigra stand fest,
sie gab den Germanen den Rest.
Die Porta ersann man zum Schutze
heut ist sie dunkel vom Patinaschmutze.



Die Tage hier waren schön,
wir wollen gar nicht mehr geh'n.
Das einzige, was dumm hier ist,
...ist dieses Wetter! Es ist Mist!



Wir sind hier
mitten in Trier
laufen in der Stadt
unsere Füße platt.



Trier, Du machst mich so an, o Mann!
Trier, ick liebe Dir!



Die Trierfahrer: Ronja. Selina, Susen, Till, Ludwig, Lukas, Lukas, Eric, Anne, Vivi, Manou, Tobias, Lorenz, Vanessa, Sebastian, Linda, Toni, Pati, Nadine, Franka, Franzi, Wiebke, Lisa, Sara, Philipp und Dennis.
Gruppenfoto2

Unsere Erlebnisführung durch die Porta Nigra

"Ich bin nicht der für den ihr mich haltet." Mit diesen Worten begann unsere Erlebnisführung durch die Porta Nigra mit dem Centurio.
Langsam schritt er die Stufen der Treppe hinunter, direkt auf uns zu. Er hieß uns willkommen auf seinem Tor- als seine neuen Rekruten. Ein Scherz, so glaubten wir alle, doch dem war nicht so. Wir folgten ihm, wie immer, wenn er zu uns ´sequere` sagte, hoch bis in die 3. Etage des Tores, eine endlos erscheinende Treppe. "In einer Reihe aufstellen!" Neugierige Blicke anderer Besucher lagen bei diesen Worten auf uns. "Ihr habt Urlaub!" wand sich der Centurio zu diesen Besuchern und schickte sie weg. "Zwei Freiwillige!" Wenige Arme erhoben sich aus unserer Gruppe. "Wenn ich zwei Freiwillige haben will, haben sich alle zu melden!"
Von den wenigen, die sich gemeldet haben, suchte sich der Centurio zwei heraus. Flink kletterte er auf einen Vorsprung an einem der Fenster und bedeutete den zweien, ihm dies nach zu tun. Ganz langsam schritten beide auf das Fenster zu und kletterten zögerlich, gehalten und gestützt vom Centurio auf den Vorsprung. "Was riecht ihr?" fragte er die beiden. Den Kopf soweit weg vom Fenster wie nur möglich antwortete Sebastian, einer der beiden: "Den Wind."
Beide kamen wieder zu uns hinüber und wir gingen alle weiter zu einem schmalen Gang mit Blickrichtung zur Seite, von wo aus die Germanen die Porta Nigra einst angriffen.
Vor einem Angriff baten die Römer, zusätzlich zu ihrem Kriegsgott Mars, die Götter Jupiter, Fortuna und Victoria mit den Worten "Jupiter/ Fortuna/ Victoria nobiscum" um Beistand im Kampf. Und so taten wir es auch. Der Centurio rief den Namen des Gottes oder der Göttin und wir riefen: "Nobiscum!", was soviel heißt wie: Sei mit uns!
"Was tun wir, wenn die Germanen unser Tor angreifen?" fragte der Centurio uns und es wurde geantwortet: "Steine auf sie werfen?" "Genau! Die Steine werden von einer Seite zu den Fenstern hin weitergereicht!" Er hob einen großen imaginären Stein an. "Ich will euch ja nicht gleich überfordern." Mit diesen Worten reichte er den Stein an einen aus unserer Gruppe weiter. Immer weiter wurde der Stein gereicht, und wurde von Person zu Person immer kleiner. "Halt, der Stein wird ja immer kleiner!" Er schritt auf den Stein zu: "Stein vergrößern!" sagte der Centurio, packte den imaginären Stein und vergrößerte ihn. Der Stein wurde wieder weiter gereicht und Ludwig, einer aus unserer Gruppe, musste ihn auf die angreifenden Germanen werfen. Hoch über seinen Kopf erhob er den Stein: "Höher!" rief der Centurio. "Der ist so schwer!" meinte er im Scherz, ehe er ihn fallen ließ. "Als Belohnung, dass du die Germanen getroffen hast, gibt es entweder eine extra Ration Wein oder zwei Wochen Urlaub" "Ich nehme die zwei Wochen Urlaub" antwortete er. "Zwei Wochen Urlaub?" fragte der Centurio "Ha, kaum hier und schon zwei Wochen Urlaub haben wollen. Ist gestrichen!"
Unsere Gruppe wurde weitergeführt in den Raum des Centurios.
"Macht es euch bequem. So schnell werdet ihr hier nicht mehr herkommen."
Erzählungen über Sagen und Geschichten, wie z.B. über Kaiser Konstantin, der mit seinem Sohn nach Trier ritt, folgten.
Der Centurio erzählte uns, dass zu dieser Zeit Gerüchte in der Porta kursierten und Wetten abgeschlossen wurden rund um den Nagel, der angeblich von Jesu Kreuzigung stammen soll und den sich der Kaiser auf seinen Helm hat schmieden lassen. Jeder, der in seinem Tor darüber sprach, wurde bestraft, doch kursierten die Gerüchte weiter in der Porta Nigra. Der Centurio selbst war der festen Überzeugung, dass dies alles nur Gerüchte seien. Als der Kaiser dann persönlich kam und durch das Tor reiten wollte, ließ der Centurio das Torgatter fallen und versperrte so den Weg für den Kaiser. Er hatte den Nagel auf dem Helm des Kaisers gesehen und war der Meinung, er hätte die Götter der Römer verraten. Er befehligte Kaiser Konstantin, seinen Helm in den Dreck zu werfen, als Zeichen, dass sein Gott den römischen Göttern unterliegt. Er taumelte rückwärts, zwei Pfeile der Garde des Kaisers hatten ihn getroffen und das Letzte, was er sah, waren die Blicke seiner Legionäre.
Wir wurden weiter geführt und erfuhren die weitere Geschichte der Porta Nigra und warum sie als einzige der vier Stadttore heute noch steht.
Simion, so erfuhren wir, ließ sich auf der Suche nach seinem Gott in der Porta einmauern und starb auch letzten Endes dort. Eine Kirche wurde daraufhin auf die einstige Porta gebaut.
In späteren Jahren versprach Napoleon während seines Siegeszuges in Europa nach Bitten der Bewohner Triers, die Porta Nigra von der Kirche wieder zu ´befreien`. Die Kirche und deren Überreste wurden abgetragen, doch mussten die Arbeiten bald wieder unterbrochen werden, da kein Geld mehr zur Finanzierung des Abbaus da war, aufgrund einer Niederlage Napoleons in Russland.
Erst später wurden die Arbeiten wieder aufgenommen und heute zeugt nur noch ein kleiner Anbau von der Kirche. Dieser wurde als "Stütze" stehen gelassen, aus Angst, die Porta könne sich weiter in Richtung Anbau neigen und einstürzen.
"Gebt acht, vielleicht ist es das letzte Mal, dass ihr einen Gott in Menschengestalt seht!" Mit diesen Worten entließ er uns schließlich.