Fachbereich Latein
Was hat man von Latein?
Nach vier Jahren durchgängigem Latein und einem Abschluss mit mindestens der Note "vier" bekommt man in Brandenburg das Latinum verliehen: diese besondere Qualifikation wird im Abiturzeugnis notiert.Viele Universitäten sehen das Latinum als Eingangsvoraussetzung für Studienfächer wie Deutsch, Geschichte, Englisch, Französisch, Latein, Griechisch, Theologie, Philosophie, Archäologie. Für Fächer wie Biologie, Medizin, Jura werden Lateinkenntnisse empfohlen. Genauere Angaben findet man auf den Seiten der einzelnen Fächer bzw. Universitäten, oder in der Jahresausgabe des Bandes "Studien- und Berufswahl", das von der Bundesanstalt für Arbeit herausgegeben wird.
Denn bis zum Studium ist noch eine Weile hin…
Warum hat das Latinum, respektive das Fach Latein solch einen Stellenwert?
Latein wird als die Basissprache Europas bezeichnet. Wer Latein lernt, lernt die Sprache, die zu den wichtigsten europäischen Verkehrssprachen das sprachliche und geistige Fundament geliefert hat. Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Rumänisch, Französisch sind Tochtersprachen des Lateinischen; ca. 60 % des englischen Wortschatzes lassen sich aus dem Lateinischen ableiten; auch im Deutschen finden sich viele Worte, die als Lehn- oder Fremdwörter aus dem Lateinischen stammen.
Sprich: Latein hilft beim Überblicken und Verstehen, es schult die Kombinationsgabe.
Wer Latein lernt, trainiert aber auch seine Muttersprache: man übt beim Übersetzen von lateinischen Texten das genaue Hinsehen, das Prüfen und Abwägen von Wörtern und Ausdrücken. Konzentration und Präzision sind gefragt!
Gerade für Naturwissenschaft und Technik ist Latein nützlich, ein sprachlicher Durchblick erspart hier so manches sture Pauken, denn auch diese Sparten nehmen ihr fachliches Vokabular aus den antiken Sprachen. Das ergibt sich einfach aus der Geschichte: Jahrhunderte lang war Latein die Sprache der Gelehrten.
Damit steht automatisch eine Menge Kultur auf dem Stundenplan: Schriftsteller und Künstler nehmen bis in unsere Zeit immer wieder antike Formen, Stoffe und Motive auf und gestalten sie neu, kurz: "Das Lateinische und mit ihm die römische und griechische Kultur bilden die kulturellen und geistigen Grundlagen Europas".
(Zitiert aus dem Faltblatt "Latein für alle – OMNIBUS", Informationen zum Lateinunterricht für Schüler (und Eltern), Deutscher Altphilologenverband 1998, erarbeitet von Reinhard Bode / Eisenach, Thomas Brückner / Essen, Michael Hotz / München, Stefan Kipf / Berlin, Ines Ritzdorf / Andernach und Brigitte Wilke / Triberg. Grafik: Stefan Schöll Erhältlich über den Deutschen Altphilologenverband – es liegt auch an unserer Schule aus!)
Und wer sich ein wenig umsieht, wird dann an vielen Orten in der weiten Welt Anknüpfungen und Zitate entdecken und interpretieren können, ob man nun vor dem Brandenburger Tor steht oder das Capitol bestaunt.
Vom EGN aus steht erst einmal die Erkundung Berlins auf dem Programm: Berlin mit seinen architektonischen Antikerezeptionen, den diversen Statuen, die da und dort – und da schon wieder – herumstehen, Berlin mit seiner Museumsinsel, der Gemäldegalerie – auch das gehört zum Lateinunterricht.
Dass des jahrelangen Lernens Krönung eine Fahrt nach Rom sein kann...
daran denken wir auch!
