Schüleraustausch
Schüleraustausch - Ungarn September 2008
Nachdem im März 2008 eine Gruppe ungarischer Schüler zu einem gemeinsamen
Kunstprojekt am Einstein - Gymnasium weilte, waren die deutschen Schüler für
den September 2008 nach Hajdúnánás, in der ungarischen Tiefebene gelegen, eingeladen.
Am Sonntag, dem 21.09.2008 (1. Tag),
traten 12 Schüler und Schülerinnen und zwei begleitende Kunstlehrerinnen die Reise nach Ungarn an, wo wir auf dem Flughafen von Frau Borosz willkommen geheißen wurden. Obwohl wir erst am Nachmittag in Budapest ankamen, wurden uns, bevor wir in das zwei Stunden entfernte Hajdúnánás aufbrachen, wichtige Sehenswürdigkeiten der ungarischen Hauptstadt gezeigt. Da einige der Budapester Stadtbrücken wegen Bauarbeiten gesperrt waren, war der Weg in die Stadt und wieder aus ihr heraus, kein leichter. Der extra für uns angemietete Kleinbus bot aber alle Bequemlichkeiten, einen Eindruck von der Schönheit der Stadt gewinnen zu können.Spät am Abend trafen wir im Ort selbst ein, wo alle Schüler von ihren Gastschülern und deren Eltern empfangen und mit nach Hause genommen wurden.
Am Montag, dem 22.09.2008 (2. Tag),
begann das gemeinsame Kunstprojekt, das Emaillieren, welches in Ungarn eine lange Tradition hat. Neben dem zum Gymnasium gehörenden Schülerheim, befindet sich eine kleine Werkstatt, die gerade Platz für unsere Gruppe bot. Die Zirkelleiterin erklärte uns die Arbeitsschritte und Frau Borosz übersetzte. Da die Technik kompliziert ist, diente der erste Tag dem Erklären und Ausprobieren, wobei auch schon hier erste sehr schöne Arbeiten entstanden.
Nachmittags wurden wir offiziell in der Schule von der Schulleitung begrüßt. Die ungarischen Gastgeber hatten eine Führung durch die Schule vorbereitet und zeigten uns im Anschluss Sehenswürdigkeiten von Hajdúnánás.
Für Dienstag, den 23.09.2008 (3. Tag),
war ein Ausflug geplant. Mit allen Schülern fuhren wir mit einem Bus in das nicht allzu weit entfernte Nyríreyháza, besuchten den wirklich sehr schönen Tiergarten, der an einem warmen und sonnigen Vormittag in der Woche noch fast leer war. Anschließend sahen wir das Zentrum der Stadt, hatten Gelegenheit uns selbst umzusehen und brachen am frühen Nachmittag nach Tokaj auf.
Schon von weiten sieht man die Berge, die sich aus der ungarischen Tiefebene erheben, an deren Hängen der seit Jahrhunderten bekannt Tokajer, vor allem als Dessertwein bekannt, angebaut wird.
Der Mittwoch, 24.09.2008 (4.Tag),
stand, nachdem wir am Dienstag die Umgebung von Hajdúnánás erkundet hatten, wieder im Zeichen der Kunst. Mittlerweile sicherer im Umgang mit dem Emaillieren, wurde heute eine andere Technik ausprobiert, indem kleine Glassplitter auf das Trägermetall aufgeschmolzen wurden.
Nachmittags trafen wir uns in der Schule, denn die deutschen Schüler hatten
Power- Point- Präsentationen zu Neuenhagen, der Schule, zur Kunst- und Designschule,
dem Bauhaus und dem deutschen Künstler Gerhard Richter vorbereitet. Anschließend
wurde die Gruppe in Jungen und Mädchen geteilt, denn während die Jungen Fuß-
und Basketball spielen wollten, bestand für die Mädchen die Gelegenheit,
das Bogenschießen auszuprobieren. Die technischen Abläufe hier waren kompliziert
und einiges an Kraft war erforderlich, denn das so leicht aussehende Bogenschießen
ist eine sehr anspruchsvolle Sportart. Letztlich gelang es aber allen, einigen sogar sehr
gut, die Pfeile in Zielscheiben zu versenken.
Der Donnerstag, der 25.09.2008 (5. Tag),
war wieder eine "Reisetag", der uns in die Pussta und nach Debrecen führte. Wer das nordöstliche Ungarn besucht, fährt selbstverständlich auch in die Pussta, nach Hortobagy. Schon vom Bus aus erkennt man, wie sich das fruchtbare Ackerland der ungarischen Tiefebene in eine Steppenlandschaft verwandelt, in der seit Jahrhunderten Viehzucht betrieben wird. Zum Unesco-Weltkulturerbe gehörend, verbindet man heute in der Pussta beides, die Viehzucht einerseits und ermöglicht es den Touristen andererseits, diese alte Kulturlandschaft kennen zu lernen. Neben einem kleinen Museum, in dem besonders die alten Filmdokumente sehr beeindruckend sind, besuchten wir einen kleinen Zoo, in dem die für die Pussta typischen Rinder-, Pferde- und Schweinerassen, aber auch Hunde und Geflügel gehalten werden.
Der Nachmittag in Debrecen stellte einen großen Kontrast dar, denn aus der ländlichen Weite kamen wir in die zweitgrößte Stadt Ungarns. Hier besichtigten wir das städtische Kunstmuseum, in dem ein besondere Saal dem ungarischen Maler Michail Munkaczy gewidmet ist, anschließend die Große Reformierte Kirche und zum Schluss die Universität der Stadt.
Am Freitag, den 26.09.2008 (6. Tag),
dem letzten Tag unserer Reise, trafen wir uns ein letztes Mal im Emaille-Zirkel. Mit der Technik mittlerweile gut vertraut, konnte jeder noch einmal das machen, was er/sie sich vorgestellt hatte.
Der Nachmittag war noch einmal Hajdúnánás gewidmet. Zuerst besuchten wir die Straußenfarm
und wer bis dahin noch keinen Straußen gesehen hatte, wird sich sicherlich
immer an diese riesigen Vögel, die wir in allen ihren Entwicklungsstufen vom
Mann von Frau Borosz gezeigt bekamen, erinnern. Viele Schüler und Schülerinnen nutzen
dann noch das nahe gelegene Heilbad und verbrachten Stunden in dem natürlich
warmen Wasser.
Am Abend traf man sich zu einer Abschiedsparty in der Schule, und verabschiedete
sich dann im kleineren Kreis von den Gastschülern und deren Eltern.
Früh am Morgen des Sonnabends
traten wir die Heimreise an, landeten gegen Mittag in Schönefeld, wo 12 müde,
aber sehr glückliche Schüler und Schülerinnen von ihren Familien in Empfang genommen wurden.
Was bleibt ist die Feststellung: Wir würden alle sofort wieder zu einem Schüleraustausch
an unsere Partnerschule nach Hajdúnánás fahren. Und wir freuen uns
schon sehr auf den im September 2009 geplanten Gegenbesuch, denn in dieser einen
Woche sind Freundschaften entstanden, die unbedingt gepflegt werden müssen.
Wir danken unseren Gastgebern für die aufmerksame, ja liebevolle und alles
berücksichtigende Betreuung, durch die wir einen unvergleichlichen Einblick
in das Leben unserer Gastgeber gewonnen haben.
Danke!
